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Premiere des AK 1919

Leise vor sich hin zischend steht die T18 vor dem abfahrbereiten Personenzug in Frankental. Der Stationsvorsteher hat bereits das erste Abfahrsignal gegeben, die Türen entlang des Zuges sind geschlossen und das Signal steht auf "Fahrt frei".
Nun gellen zwei Pfiffe aus seiner Trillerpfeife über den Bahnsteig - Abfahrauftrag für das Lokpersonal. Der Lokführer quittiert mit einem kurzen Pfiff aus der Dampfpfeife und öffnet gleichzeitig mit geschickter Hand den Regulator, damit sich der Zug ohne Schleudern erst langsam und dann immer schneller werdend in Bewegung setzt.
Wie eine Schlange windet sich der Zug über die verschlungenen Weichenstraßen des Bahnhofsvorfeldes und strebt seinem nächsten Ziel entgegen. Hinter ihm fällt der Signalflügel in seine Ruhestellung zurück und schützt so den in der Ferne kleiner werdenden Zug.

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Vorbei an den Hinterhöfen der Stadt fährt der Zug hinaus ins Grüne, vorsorglich pfeifend vor jedem ungesicherten Wegeübergang. In der lang gestreckten Linkskurve passiert der Zug mit unverminderter Geschwindigkeit die Straße nach Reitershausen, vorschriftsmäßig sind die Schranken geschlossen und der Schrankenwärter steht mit der zusammengerollten Notfahne vor seinem Haus und grüßt den vorbeieilenden Zug.

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Durch das kleine Wäldchen geht es nun an der kleinen Fabrik für Fördertechnik vorbei, wo der Zug seine Geschwindigkeit schon stark vermindert hat, denn nun kommt die Einfahrweiche von Reitershausen in Sicht und rumpelnd fährt er nach Gleis 1 ein, wo er genau vor dem Übergang zum Stillstand kommt. Entlang des Zuges öffnen sich die Türen und fröhliche Reisende, die hier ihr Ziel erreicht haben, streben dem Ausgang zu. Die wartenden Fahrgäste, die hier ihre Reise beginnen und während der Wartezeit dem rangierenden Güterzug zugesehen haben, steigen ein, die Türen werden verschlossen und wiederum ertönen die Pfiffe aus Triller- und Dampfpfeife und der Zug setzt sich in Bewegung.

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Noch im Bahnhofsbereich sieht der Reisende den Steinbruch auf der rechten Seite liegen, viele offene Güterwagen warten dort auf ihre Beladung, denn der Schotter wird dringend gebraucht, um das Schienennetz weiter zu bauen und neue Orte miteinander zu verbinden.
Weiter geht es durch ausgedehnte Wiesen und Felder links und rechts der Bahnlinie bis zu der kleinen Haltestelle beim Sägewerk, wo große Stapel aus säuberlich gerichteten Brettern auf ihren Abtransport mit der Bahn warten.

 
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Nach kurzem Halt zieht die Maschine wieder an und passiert nach einer Weile die am neu errichteten Kanal liegenden Anlagen des Hafens, der ohne Halt passiert wird. Endlose Reihen der verschiedensten Güterwagen warten hier auf ihre Ladung oder mit kostbarer Fracht auf ihre Abfahrt Richtung Frankental, denn auf der eingleisigen Strecke kann immer nur ein Zug unterwegs sein.
Unermüdlich rangiert die kräftige Verschiebelokomotive einzelne Wagen oder ganze Gruppen, je nach dem, was mit ihnen geschehen soll.

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Nach einer Weile vermindert der Zug erneut seine Geschwindigkeit und fährt rumpelnd über die Einfahrweichen nach Boxenem hinein, wo er genau vor dem Prellbock am Bahnsteig zum Halten kommt. Seine Fahrt ist hier zu Ende, die Reisenden verlassen den Zug und langsam setzt er sich rückwärts in Richtung der Abstellgleise in Bewegung, wo er auf seinen nächsten Einsatz wartet, während die Lok zum Auffüllen ihrer Vorräte in die kleine Lokstation fährt, um dann ebenfalls frisch ausgerüstet ihren nächsten Dienst anzutreten.

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Text: Christian Reiter
Bilder: Michael Gruß und Christian Reiter